Bericht von der Fachtagung zur "Woche für das Leben" vom 18.04.2015 in Hamburg

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An der Hand und nicht durch die Hand eines Menschen sollte ein Leidender sterben. So könnte man das Ergebnis der Fachtagung in Hamburg, die vom Bundesverband Lebensrecht durchgeführt wurde, in einem Satz beschreiben. Ungefähr 100 Teilnehmer waren vor Ort, und sie wurden nicht enttäuscht.

 

Die Tagung fand zeitgleich zur ökumenischen "Woche für das Leben" statt, die momentan in der Hansestadt stattfindet.

 

Die Veranstaltung war hochkarätig besetzt. So konnten als Referenten Prof. Dr. Manfred Spieker und auch Prof. Dr. Axel W. Brauer gewonnen werden.

Um es kurz zusammen zu fassen: Diese Vorträge waren sehr interessant, informativ und wer nicht vor Ort war hat etwas verpasst. Abgerundet wurde die Tagung mit einem Erfahrungsbericht aus der Hospizarbeit von Klaus Spitzke.

 

Martin Lohmann begrüßte die Teilnehmer und wünschte eine gesegnete Zeit mit offenen Ohren und Herzen. Er betonte, dass Ärzte nicht zur Lebensgefahr werden dürfen. Das Motto muss lauten: „Hilfe zum Leben ist auch Hilfe zum Sterben - begleiten statt töten!“

 

Bevor die Professoren referierten, wurde noch ein Grußwort von Prof. Dr. Robert Spaemann verlesen. In diesem warnte er vor einer verhängnisvollen Entwicklung, die ihren Lauf nimmt, wenn wir sie nicht aufhalten.

Prof. Dr. Spieker ging in seinem Vortrag zu dem Thema „ Selbsttötung als neues Menschenrecht“ auf die Entwicklung der Grundrechte der Menschen ein. Begründet durch die Erfahrungen, die man mit dem T4-Programm der Nazis im Dritten Reich gemacht hat, wurde im Grundgesetz das Recht auf Unversehrtheit verankert. Solche Rechte können nicht mehr genommen werden, sie sind ein für allemal abgeschlossen und können höchstens der Zeit angepasst werden, allerdings nicht zum Nachteil der Bürger. Diese Rechte können nur erweitert aber nicht entfernt werden. In diesem Zusammenhang benannte er die Zahl von 5,8 Millionen im Mutterleib getöteten Kindern seitdem die Abtreibung faktisch straffrei ist. Diese hohen Opferzahlen schreien geradezu nach einem Recht auf Geburt, das im Grundgesetz verankert werden muss, so Spieker.

Weiterhin forderte er dazu auf zu respektieren, dass Sterben auch Loslassen können heißt. Die Akzeptanz des Todes stellt sich somit auch für Ärzte. Darauf müssten angehende Mediziner in ihrer Ausbildung hingewiesen und verstärkt in der Palliativmedizin ausgebildet werden. Das erfordere das Recht auf ein menschenwürdiges Sterben. Zudem plädierte der Professor für den Ausbau der stationären und ambulanten Hospizarbeit.

Bernd Kasper-pixelio.de

Ein weiterer Referent war Prof. Dr. W. Bauer, der sich des Themas  "Notausgang assistierter Suizid? Ethische und rechtliche Aspekte“ annahm.

 

Prof. Bauer nahm zuerst einmal Stellung zu den Suiziden, die zumeist in Verbindung mit psychischen Erkrankungen auftreten . Auslöser können ebenfalls akute chronische Belastungen und Depressionen sein. Daher könne man dem Sterbewilligen keinen freien Willen zusprechen, da er nicht wirklich in der Lage sei frei zu entscheiden. Intensiv setzte er sich mit der geplanten Änderung des § 217 auseinander und warnte vor einem Sterbetourismus nach Deutschland hin, der einsetzen könnte, wenn man den Paragraphen zu liberal gestaltet.

Die Gesetze in den Nachbarstaaten zu Deutschland sind teilweise rigider. So wird die Beihilfe zum Suizid in Österreich bestraft. In der Schweiz wird momentan ein Pharmazeutikum eingesetzt, das man in der Veterinärmedizin benutzt um Tiere einzuschläfern. Er warnte davor, dass es schon Gruppierungen gibt, die versuchen das Betäubungsmittelgesetz soweit zu lockern, dass dieses Präparat auch für Menschen eingesetzt werden kann. Er forderte dazu auf, das Betäubungsmittelgesetz keinesfalls zu ändern. Ebenso befürchtet er, dass je länger der Gesetzestext zum § 217 würde, desto mehr Ausnahmen gebe es. Auch dieses gilt es zu verhindern.

Abschließend bedauerte er, dass aus der anfänglichen Debatte um ein Verbot zur Beihilfe zum Selbstmord eine Diskussion zur Straffreiheit bei der Suizidhilfe geworden ist.

Hospiz - Foto: Sven Behrens

Zu einer anschließenden Aussprache zu den Themen kam es aus Zeitgründen leider nicht. Jedoch machte ein Teilnehmer der Veranstaltung die Anmerkung, dass ca. 50% der Gesundheitskosten in den letzten paar Monaten des Menschen entstehen und man befürchten muss, dass bei einigen Abgeordneten die Wirtschaftlichkeit und der Blick auf die Sozialkassen und nicht der Blick auf den Menschen letztendlich den Ausschlag bei der Gesetzesgebung geben könnte. Ein interessanter Aspekt, den es sicherlich zu diskutieren gilt!

 

Zum Abschluss interviewte Hartmut Steeb Klaus Spitzke vom Leitungsteam des Albertinen-Hospizes in Hamburg Volksdorf. Dieser hatte Interessantes zu berichten. So beträgt die durchschnittliche Verweildauer im Hospiz ca. 24 Tage, es gab aber auch schon eine Bewohnerin die 11 Monate vor Ort war . Dort versucht man zu allererst die Beschwerden der Bewohner wie z.B. Atemnot zu lindern. Einmal im Jahr , am Samstag vor dem Ewigkeitssonntag, findet eine gemeinsame Andacht mit den Angehörigen statt. Bei dieser Gelegenheit hat ihm ein Angehöriger einen interessanten Satz gesagt, mit dem ich meinen Bericht abschließen möchte.

 

„Das Hospiz ist ein Ort des Lebens , nicht des Sterbens“

 

Für AUFBRUCH-C

 

Sven Behrens

 

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